17. Mai 2013
Mit der Auftaktveranstaltung „So geht Güterverkehr heute. Individuell. Multimodal. Vernetzt.“ hat der EffizienzCluster LogistikRuhr am 15. Mai sein neues Veranstaltungsformat „Cluster live“ erfolgreich gestartet. Künftig sollen im kleinen Kreis und direkt am Demonstrator die Ergebnisse der Forschung vorgestellt und diskutiert werden. Hausherr und Institutsleiter am Fraunhofer IML, Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, begrüßte rund 40 Vertreter aus ganz Deutschland. Sie waren der Einladung des größten Forschungs- und Innovationsclusters der Logistik gefolgt, um die Prototypen vor Ort im Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik zu testen. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Arbeiten der Wissenschaft in die unternehmerische Praxis überführt werden“, so Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH. „Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt wesentlich von ihrer Innovationskraft ab. Und dabei spielt nicht nur die gute Idee, sondern auch die Geschwindigkeit der Umsetzung eine zentrale Rolle. Die Forscher bieten mit Konzepten, Prototypen und Demonstratoren einen Entwicklungsvorsprung an – und verkürzen die „time to market“ für Innovationen und Produkte .“
Insgesamt drei Projekte aus den Leitthemen „Güterverkehrsmanagement“ und "Urbane Versorgung" haben bei der Premiere von „Cluster Live“ ihre Ergebnisse vorgestellt. Den Auftakt machte das Verbundprojekt Safe Networks für Logistics. Exemplarisch für die Stahlindustrie entwickelt das Projektteam Lösungen für eine robuste und effiziente Supply Chain. Bislang sind die Akteure nur unzureichend vernetzt, der Informationsaustausch über tonnenschwere Lieferungen erfolgt auch heute noch vielfach per Fax und Telefon. Die Folge: unflexible, langsame und ineffiziente Planungen der Supply Chain, die hohe Lagerbestände und Kosten zur Folge haben. Änderungen im Lieferumfang, in Terminen oder Adressen erfordern dann auch einen hohen, meist manuellen Aufwand für die Neuausrichtung der Supply Chain. Eine Lösung bringt die im Forschungsprojekt entwickelte Informationsplattform, die eine detaillierte, aktualisierbare und kollaborative Planung ermöglicht. „Heute konkurrieren nicht mehr Unternehmen miteinander, sondern robuste und zuverlässige Supply Chains“, so Projektleiter Alexander Wiedenbruch vom Fraunhofer IML. „Die Informationsplattform als eines von drei Teilprojekten im Forschungsprojekt „Safe Networks for Logistics“ ist ein wichtiges Instrument auf diesem Weg. Die Lösung ist auch übertragbar auf andere Branchen, beispielsweise für die chemische Industrie“.
Um nach der Produktions- und Supply Chain-Planung auch den richtigen Verkehrsträger einzusetzen, hat das Projektteam um Projektleiter Achim Klukas vom Fraunhofer IML die Plattform Multimodal Promotion entwickelt. „Oft wissen noch nicht einmal die Spediteure, wie sie Ladungen vom LKW auf Schiene und Wasserstraße verlagern können“, so Achim Klukas. „Deshalb haben wir eine einfach zu bedienende Plattform gebaut, die – konzipiert für ein Door-to-Door-Routing - Vorschläge für einen multimodalen Transport anbietet.“ Nach der Eingabe von Transportmengen, Ladungsträgern und Adressen errechnet die Plattform mögliche Routen, die Dauer des Transportes und bietet Richtwerte für die Kosten an. Auch die passenden Ansprechpartner und Kontaktdaten der jeweiligen Anbieter stellt das System bereit. „Es braucht nun einen neutralen Anbieter für die Plattform“, so Klukas und traf damit den Nerv der anwesenden Vertreter der Häfen aus Duisburg, Hamburg und Niederrhein. „Lassen Sie uns überlegen, ob die deutschen Häfen gemeinsam eine solche Plattform betreiben wollen“, warb auch Thorsten Hülsmann für eine Fortsetzung des Projektes. „Der EffizienzCluster wird den Prozess gerne unterstützen.“
Auch für den Straßengüterverkehr gibt es in den Forschungsprojekten des Clusters innovative Lösungen. Das Verbundprojekt Urban Business Navigation hat eine Navigationssoftware für den LKW-Verkehr entwickelt. Die Bedarfe sind sehr hoch – nur rund 20 % aller LKW-Fahrer nutzen regelmäßig LKW-spezifische Navigationen. Das Problem derzeit: Sie sind zu teuer und zu aufwändig. Der Ansatz von Projetkleiter Jens Schoneboom vom Fraunhofer IML ist ein anderer. „Wir entwickeln branchenspezifische Lösungen, die einfach und modular auf die Prozesse und Geschäftsmodelle der Kunden – ob Produktionsunternehmen oder Logistik-Dienstleister – angepasst werden können,“ so Schoneboom. „Wir entwickeln die individuelle Navigation, in die beispielsweise auch Ruhezonen für die Nachtanlieferung eingearbeitet werden können. Sie zeigen dann Fahrern von Hybrid-LKW an, wann sie in den leisen Elektromodus schalten müssen.“
„Cluster Live“ hat neben spannenden Vorträgen und vertiefenden Diskussionen auch die Möglichkeit geboten, am Rechner direkt die Prototypen auszuprobieren und einen ersten Praxis-Check zu machen. „Wie sehen heute, dass Logistik und IT gerade für die Optimierung des Güterverkehrs unabdingbar sind“, so Prof. Dr.-Ing. Clausen. „Wir machen Forschung für die Praxis, deshalb möchte ich alle Unternehmensvertreter einladen, ihre Ideen und Anforderungen an unsere Lösungen zu diskutieren – ob in der Praxis, in unserem Veranstaltungen oder im direkten Dialog.“
Mit der Auftaktveranstaltung „So geht Güterverkehr heute. Individuell. Multimodal. Vernetzt.“ hat der EffizienzCluster LogistikRuhr am 15. Mai sein neues Veranstaltungsformat „Cluster live“ ...mehr