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Nachhaltiges Supply Chain Management aktiv gestalten - Eine Frage der Ethik oder eine Frage des Erfolgs?

Corporate Social Responsibility (CSR) steht im betrieblichen Alltag zumeist im Spannungsfeld von ökonomischer und ökologischer Verantwortung. Die Verbundprojekte „Sustainable Sourcing Excellence“ und „Integriertes CSR-Management in Logistiknetzwerken (CoReLo)“ setzen genau an dieser Fragestellung an.

Das Institute for Supply Chain Management – Procurement and Logistics (ISCM) an der EBS Business School forscht mit einem Schwerpunkt aus der betriebswirtschaftlichen Sicht und das KWI aus der Perspektive der Kulturwissenschaften. Ob die Wissenschaftler zu ähnlichen Ergebnissen kommen, wo sie sich ergänzen, wo aber auch Divergenzen liegen, diskutieren die Forscher zusammen mit weiteren Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie wollen Antworten auf die Frage geben, wie Unternehmen künftig ihre Lieferketten verantwortungsvoll und nachhaltig gestalten können. Nutzen Sie die Möglichkeit des Clusters, sich über den aktuellen Forschungsstand zu informieren und mit Fachleuten und Clusterakteuren ins Gespräch zu kommen.

Rückblick

Nachhaltiges Supply Chain Management - Veranstaltung

Auf Einladung des EffizienzCluster LogistikRuhr diskutierten am 21.03.2012 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Poltiik und Gesellschaft die Frage nach der Grundmotivation nachhaltigen Handelns und der aktiven Ausgestaltung von Corporate Social Responsibility.

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CSR ist angekommen!

Nachhaltigkeit muss sein. Aber Nachhaltigkeit muss sich auch lohnen: Im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Herausforderung und wirtschaftlicher Notwendigkeit diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft am 21. März auf Einladung des EffizienzCluster LogistikRuhr im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) vor mehr als 70 Teilnehmern die Frage nach der Grundmotivation nachhaltigen Handelns und der aktiven Ausgestaltung von Corporate Social Responsibility.

„Wir brauchen eine nachhaltige Nachhaltigkeit, bei der ein grundlegender Mentalitäts- und Strukturwandel für die Minimierung der Treibhausgase sorgt und einen gesellschaftlichen Transformationsprozess in Gang setzt“, forderte Philosophie- und Wirtschaftsprofessor Dr. Ludger Heidbrink, Direktor des Center for Responsibility Research am KWI. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob die Effizienz als Leitbild für die Logistik noch ausreicht oder ob es nicht vielmehr in Zukunft darum gehen muss, Kreislaufprozesse und Suffizienzwirtschaft im Sinne von Slow Logistics zu implementieren“. Auf dem Weg zu dieser Nachhaltigkeit 3.0. werden sich neue Lebensstil- und Businessmodelle ausbilden, meinte auch Dr. Nadine Pratt vom UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und betonte die Gestaltungskraft der „Consumer Responsibility“. Als Team Leader Sustainable Business and Entrepreneurship verwies sie insbesondere auf die Frage, wie die Menschen in den boomenden Regionen in der südlichen Hemisphäre nachhaltige Lebensstile entwickeln können, weil die globalen Auswirkungen gravierend sein werden.

Nachhaltigkeit ist betriebswirtschaftliche Notwendigkeit

Für die Logistik ist Nachhaltigkeit überlebenswichtig – verursacht sie doch weltweit 14 % aller Treibhausgase. „Wir müssen gesellschaftlich sicherstellen, dass nachhaltiges Verhalten im ureigenen Interesse von Unternehmen liegt“, sagte Prof. Dr. Michael Henke, Lehrstuhlinhaber für Einkauf und Supply Management, Leiter des Institute for Supply Chain Management - Procurement and Logistics (ISCM). „Deshalb müssen wir zum einen Zielkonflikte zwischen der sozial-ökologischen und der wirtschaftlichen Dimension reduzieren und zum anderen die Incentivierung unnachhaltigen Verhaltens verhindern. Die ganzheitliche Nachhaltigkeitswirkung entlang der gesamten Supply Chain muss messbar und transparent gemacht werden.“ Einen erhöhten Aufklärungsbedarf sah auch Klaus-Dieter Ruske, Partner und Global Leader bei Pricewaterhouse Coopers: „Wir müssen den Menschen sagen welche Auswirkungen es hat, wenn am Hochzeitstag morgens die roten Rosen auf dem Tisch stehen oder in der Obstschale die Kiwis aus Neuseeland liegen. Nachhaltigkeit spielt bei Unternehmen eine sehr wichtige Rolle, aber gerade die Logistikbranche unterliegt einem enormen Kostendruck. Deshalb muss die Frage geklärt werden: Wer soll Nachhaltigkeit bezahlen?“ Die Duisburger Hafen AG geht dabei neue Wege mit ausgewählten Schlüsselkunden. Weil mehr Verkehr auf der A40 nicht geht, entwickelt duisport innovative Konzepte von multimodalen Lösungen bis hin zur Vermeidung von Verkehren.

CSR ist kein Nischenthema

Nachhaltigkeit ist heute in der Mitte der Gesellschaft – bei Unternehmen und Konsumenten - angekommen. Da wo aber zurzeit noch auf Freiwilligkeit und Sinneswandel gesetzt wird, prognostizieren die Experten eine Zunahme an gesetzlichen Regelungen und Verpflichtungen. „Die Bundesregierung setzt derzeit auf das freiwillige Engagement der Unternehmen. Allerdings wird die Nachhaltigkeit künftig sicher ein Teil der Compliance und damit durch konkrete Regeln verbindlicher werden“, prognostizierte Dr. Torsten Christen, Referat CSR – Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
 

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