
Logistics-as-a-Service - IT als Treiber für Innovation
Die Informationstechnologie ist bereits heute eine unverzichtbare Säule der Logistik. Vor dem Hintergrund der Rolle der Logistik, die „Effizienz produziert“, wird sie noch wichtiger. Eine neue Generation flexibler und adaptiver IT-Systeme soll Unternehmen bei der Gestaltung, Planung und Steuerung der Supply Chain bzw. des Unternehmensnetzwerks unterstützen.
Die IT-Logistik leistet bereits seit Jahren einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Prozesse in Produktion, Lager und Transport unternehmensweit besser aufeinander abgestimmt werden können. Die Unternehmen sind allerdings heute vielfach noch auf starre, monolithische IT-Systeme angewiesen, die meist aufwändig individualisiert werden müssen oder von vornherein inflexible Einzellösungen darstellen. Gleichwohl operieren die Betriebe in einem Markt, der von starker Dynamik und komplexen Zusammenhängen geprägt ist: Man muss schnell reagieren, doch die IT ist dazu vielfach nicht in der Lage.
Im Leitthema Logistics-as-a-Service werden die technische Infrastruktur und die logistischen IT-Bausteine nun auf Basis serviceorientierter Architekturen (SOA) entwickelt. Dadurch kann eine ökonomisch und ökologisch effiziente Logistik mittels individueller und bedarfsgerechter Informationstechnologie realisiert werden. Der neue Gestaltungsansatz, den das Leitthema erstmals durchgängig und konsequent in die Logistikwelt überträgt, ermöglicht die Bereitstellung schlanker, kostentransparenter und schnell betriebsfähiger Gesamtlösungen. Mit flexiblen interoperablen Systemarchitekturen passt sich die IT dann der Dynamik von Prozessen und Produktlebenszyklen an.
Die wissenschaftliche Herausforderung im Leitthema liegt darin, Planungs- und Steuerungsaufgaben so zu zerlegen, dass sie als einzelne IT-Bausteine zur Verfügung stehen. Dabei wird eine Brücke zwischen möglichst universell einsetzbaren, aber auch individuell konfigurierbaren Komponenten (Services) geschlagen. Jeder einzelne Baustein soll grundsätzlich so weit wie möglich standardisiert und im Rest so individualisierbar bzw. konfigurierbar sein.
Ebenen der Innovation
Bei der Entwicklung von IT-Lösungen bzw. deren Prototypen setzt das Leitthema auf:
- Einfachheit. Die Beschaffung und Nutzung von Software in einem virtuellen Marktplatz, wie ihn das assoziierte Projekt Logistics Mall –Cloud Computing für Logistik entwickelt, wird für die Nutzer immer einfacher. Es ist ein Anliegen des Leitthemas, die Software selbst ebenso so einfach zu gestalten wie den Zugang.
- Marktfähigkeit. IT-Lösungen müssen zum einen so attraktiv sein, dass Anbieter (IT-Logistik-Unternehmen) neue Märkte erschließen können. Zum anderen müssen sie dem Anwender (Hersteller, Handel, Speditionen etc.) Mehrwerte bieten, d.h. die Software muss on-demand bereitstehen und ohne aufwändige Anpassungen auskommen.
- Energieeffizienz. In den entwickelten Werkzeugen wird ökologische Effizienz und Nachhaltigkeit verankert: Die Software unterstützt die Anwender dabei, Ressourcen zu schonen.
Potenziale des Leitthemas
Das Leitthema ermöglicht mit einem ganzheitlichen und simultanen Logistik- und IT-Design eine durchgängige und effiziente Gestaltung, Planung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken. Der neue dezentrale Ansatz ermöglicht dabei eine lose Kopplung zwischen Unternehmen und einen skalierbaren Datenaustausch unter Wahrung der Unternehmensautonomien. Er bietet trotzdem die Möglichkeit, eine gemeinsame Planung auszuführen und Prozesse sowie deren Steuerung gemeinsam zu optimieren.
29. April 2013
Wenn die Dinge wissen, was sie tun
Objekte routen sich selbst durch das globale Logistiknetz, Produkte produzieren sich selbst: Cyber-Physische Systeme (CPS) können eine Lösung für die steigende Komplexität in der Logistik sein. ... mehr
Objekte routen sich selbst durch das globale Logistiknetz, Produkte produzieren sich selbst: Cyber-Physische Systeme (CPS) können eine Lösung für die steigende Komplexität in der Logistik sein. Darin waren sich die Referenten der Veranstaltung „Wenn die Dinge wissen, was sie tun“ von IKT.NRW, EffizienzCluster LogistikRuhr, Fraunhofer IML und Wirtschaftsförderung Dortmund am 25. April im Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund einig.
Mehr als 60 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt: Vertreter aus der IT und der Logistik informierten sich darüber, wie ihre Branchen den Innovationstrend CPS gemeinsam aufgreifen können. Die Veranstaltung ist Ausdruck der verstärkten Kooperation des IT-Clusters des Landes NRW und des Spitzenclusters der Bundesregierung. „Mit dem Internet der Dinge wird die Verknüpfung von Produktion, Logistik und IT immer greifbarer“, begrüßte Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH, die Gäste. „Das Innovationspotenzial Cyber-Physischer Systeme ist enorm, doch es gibt auch noch Herausforderungen.“ IKT.NRW-Clustermanager Prof. Dr. Ingo Wolff verwies in seiner Ansprache darauf, dass die IT-Branche in der Logistik ein spannendes Anwendungsfeld für CPS sehe – mit vielen neuen Möglichkeiten für die Wirtschaft und die Menschen.
Auf dem Weg zur Industrie 4.0
CPS entstehen laut acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, durch die technologische Verschmelzung von physikalischen und virtuellen Welten.
Sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Internet der Dinge und Dienste und Wegbereiter der so genannten 4. industriellen Revolution. Martin Fiedler vom Fraunhofer IML nannte in seinem Vortrag zahlreiche Beispiele für CPS aus der Logistik: vom intelligenten Behälter inBin, der den logistischen Prozess kontrolliert, bis zum Forschungsprojekt „Zellulare Fördersysteme“ im EffizienzCluster, das sich die Schwarmintelligenz zunutze macht. Für eine flächendeckende Umsetzung gebe es aber auch Herausforderungen, so Fiedler: „Eine wichtige Voraussetzung für den Durchbruch der Schlüsseltechnologien sind die Standardisierung, der Umgang mit immer mehr Daten und immer neuen Datentypen sowie die Energieeffizienz und Wartungsfreiheit der intelligenten Systeme.“
Optimierungspotenziale durch CPS
Wie CPS Einzug in ein Unternehmen gehalten hat, zeigte Jörg Sandlöhken von der REWE-Informations-Systeme GmbH in seinem Vortrag auf. „In unserem Handelunternehmen hinkte die Information früher der Ware hinterher. Heute eilt die Information immer öfter der Ware voraus“, erklärte Sandlöhken die Vorteile der selbststeuernden Logistik. „Die Informationen, die wir heute erhalten, können wir zudem zu Prognosen kumulieren.“ Im EffizienzCluster-Projekt smaRTI (smart Resuable Transport Items) erprobt REWE heute mit verschiedenen Partnern auch den unternehmensübergreifenden Einsatz von CPS.
Eine ausgereifte Technologie, ein enormes Innovationspotenzial, einige Herausforderungen – und ein Fazit: Logistik und IT sind auf einem guten Weg, die Welt mit CPS zu gestalten und zu verändern.
schließenLeitthemenblatt Logistics as a Service
[595.71 KB]

































































