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Wandelbare Logistiksysteme - die neue Dimension der Flexibilität

Logistikdienstleister und Handelsunternehmen müssen ihre Wertschöpfungssysteme fortlaufend und proaktiv an sich täglich verändernde Anforderungen anpassen und auch auf ungeplante Veränderungen reagieren können. Nur so können sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Wandelbare Logistiksysteme schaffen die dafür erforderliche Flexibilität, die weit über das bisher bekannte Maß hinausgeht.

Diversifizierung und Individualisierung sind zwei wesentliche Ausgangspunkte für das Leitthema: Die Sortimente werden immer breiter und tiefer, mehr und mehr Varianten, Kleinserien und Einzelstücke werden hergestellt. Zudem verkürzen sich die Produktlebenszyklen, da immer schneller neue Technologien oder Funktionen einen Produktwechsel erfordern. So sind Lieferbedingungen heute deutlich schlechter prognostizierbar als noch vor einigen Jahren. Die bestehende logistische Infrastruktur ist diesen Herausforderungen nicht mehr gewachsen: Starre Logistiksysteme können sich den schneller wechselnden Anforderungen nicht mehr bedarfssynchron anpassen. Maschinen und Anlagen für die Abwicklung der Logistik, deren Lebensdauer eigentlich mehrere Jahrzehnte beträgt, können so nur für einen Teil dieser Zeit effizient genutzt werden. Hinzu kommen auch die kürzeren Vertragslaufzeiten zwischen Herstellern und Logistik-Dienstleistern, die keinerlei langfristige Planungssicherheit mehr bieten: Hohe Investitionen in immer neue logistische Systeme kann sich die Logistik unter diesen Umständen schlichtweg nicht mehr erlauben.

Die Wandlungsfähigkeit von Logistiksystemen wird angesichts des heutigen Konsumverhaltens daher zu einem Wert an sich und muss im Zeichen einer neuen strategischen Flexibilität stehen. Universalität, Skalierbarkeit, Modularität und Kompatibilität werden als Katalysatoren zur Förderung der Wandlungsfähigkeit genutzt. Das erforderliche Wandlungspotenzial lässt sich – ganz im Sinn des Internets der Dinge – mit flexiblen und selbststeuernden Technologien ausschöpfen. Im Internet der Dinge finden logistische Objekte, von fahrerlosen Transportsystemen bis zu einzelnen Behältern, ihren Weg selbst – gesteuert durch eine integrierte Software. Dabei ermöglichen moderne IT-Systeme, die den Anforderungen der Märkte Rechnung tragen, die wandlungsfähige Gestaltung individuell konfigurierbarer Logistiksysteme. 

Ebenen der Innovation

Das Leitthema setzt Schwerpunkte in den Bereichen Materialflusstechnik, mobile Kommunikationssysteme, intelligente Ladungsträger und operative Prozesse. Einheitliche Basisstrukturen zur informatorischen mobilen Vernetzung von Infrastruktur, Materialflusstechnik und Waren sind eine wesentliche Voraussetzung für die Wandlungsfähigkeit von Logistiksystemen. Zu den Forschungsfeldern gehören im Einzelnen:

  • Intelligente Logistikobjekte. Sie kennen ihre Identität ebenso wie ihren Zustand und ihr Ziel und ermöglichen damit den Übergang von zentralen Steuerungen zum „Internet der Dinge“.
  • Bildbasierte Überwachung. Sie schafft aus der Übersicht zentraler Kameras die Überwachung und automatisierte Auswertung von Lage, Funktionsablauf oder Qualitätsparametern von Logistikobjekten im Materialfluss.
  • Zellulare Transportsysteme. Sie ersetzen die starren Materialflusssysteme von heute durch sich selbst steuernde, autonome Transporteinheiten. Diese wiederum können direkt mit anderen intelligenten Logistikobjekten, z.B. Lagersystemen, kommunizieren.
  • Seilbasierte Handhabung. Die Parallelkinematik mit Seilen ersetzt schweren Stahlbau und fest montierte Fahrwege für die Lagerbedienung. Diese Seile und dazugehörige Winden können schneller und einfacher an veränderte Geometrie und Strukturen angepasst und für neue Funktionen aufgerüstet werden.
  • Wandelbare Logistikknoten.Innovative Hubs passen ihre technische Infrastruktur dynamisch an die an sie gestellten Anforderungen an und können gleichzeitig mit minimalem Zeitaufwand ihren Standort verändern.

Potenziale des Leitthemas

Optimierungen in der Logistik setzen heute vielfach bei den Prozessen an. Das Leitthema geht das Thema Effizienz dagegen von der technischen Seite an: Die Technik ist es, die neue Voraussetzungen dafür schafft bzw. neue Impulse dafür gibt, Prozesse anders zu organisieren. Dabei werden insbesondere die personalintensiven Umschlagspunkte in den Fokus genommen. Liegt die Intelligenz der Steuerung logistischer Prozesse heute noch in zentralen Rechnern, zieht sie künftig in die Ladungsträger selbst ein. Die Wandlungsfähigkeit von Logistiksystemen stellt dabei auch neue, höhere Ansprüche an die Qualifikation der Mitarbeiter: Sie müssen für die Hightech-Aufgaben in der Logistik weiter qualifiziert werden.

Dokumente & Downloads

Wandelbarkeit ist in der Logistik heute ein Wert an sich: Selbststeuernde Technologien stellen dabei eine wichtige Grundlage für Logistiksysteme dar, die sich auch an ungeplante Anforderungen anpassen können.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Guido Follert

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Tel.: +49 (0) 231 97 43 253

E-Mail:
guido.follert
@iml.fraunhofer.de

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