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Green Logistics - ein Siegel für grünes Handeln

Das Forschungsprojekt Green Logistics hat sich als Treiber für eine grüne Logistik positioniert und findet national und international entsprechend Gehör. Im Projekt wird ein praxisnaher Leitfaden für die ökologische Bewertung von logistischen Systemen entwickelt. Dieser wird über das Konsortium hinaus mit internationalen Partnern und parallelen Initiativen, wie beispielsweise Green Freight Europe (GFE), diskutiert.

Forschungsfrage

Die Projektpartner haben untersucht, wie logistische Prozesse und Systeme verursachungsgerecht ökologisch bewertet werden können. Mit den Forschungsergebnissen werden Logistikdienstleister in die Lage versetzt, Ansatzpunkte und Potenziale für ökoeffizientere Logistikdienstleistungen zu identifizieren und zu quantifizieren. Dabei stehen die Praxistauglichkeit der entwickelten Methode und die Bereitstellung erforderlicher Kennzahlen und Daten im Vordergrund. Ein Zertifizierungssystem für grüne Logistikdienstleister wurde konzipiert. Zudem wurden alternative Gestaltungsmöglichkeiten für eine „grünere“ Logistik anhand von Fallstudien untersucht und im realen Betrieb getestet.
Im Ergebnis stehen Empfehlungen für Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in den Bereichen Transport, Logistikimmobilie und Intralogistik zur Verfügung.

Konkrete Ergebnisse

Siegel für die grüne Logistik

Die Projektpartner haben eine Methodik zur Bewertung der ökologischen Wirkung von Logistikdienstleistungen entwickelt. Die Methode wurde in einen Software-Demonstrator für die ökologische Bewertung überführt, so dass nun die Analyse und Interpretation von Massendaten komplexer Logistiknetze möglich ist. In ausgewählten Fallstudien wurden die entwickelten alternativen Konzepte ökologisch bewertet und Potenziale quantifiziert. Parallel hierzu wurde die Methode in einer Stakeholder-Gruppe aus u.a. Verladern, Techniklieferanten und Betreibern von logistischer Infrastruktur diskutiert und Erfahrungen der Akteure in das Konzept integriert. Damit konnten die Ergebnisse validiert, die Daten basis verbreitert und Akzeptanz für die Methodik geschaffen werden, die in einem abgestimmten Zertifizierungssystem mündet. Im direkten Anschluss erfolgt derzeit die Abstimmung mit anderen Initiativen rund um die ökologische Bewertung von Logistik auf internationaler Ebene.

Inzwischen verweist das International Workshop Agreement (IWA) 16 zur Messung und Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Güterverkehr im Bereich der Logistikstandorte auf Forschungsergebnisse aus dem Verbundprojekt Green Logistics des EffizienzClusters. IWAs sind ein Instrument der Internationalen Organisation für Normierung, kurz ISO, aus denen sich durch eine weitere Bearbeitung Standards oder Normen entwickeln können.

Ökoeffizienz im Praxistest

Im Rahmen von Fallstudien und Praxistests haben die Industriepartner ökoeffiziente Lösungen von der Last Mile Logistik über die Mittel- und Langstrecke bis hin zur ressourceneffizienten Logistikimmobilie entwickelt. In jedem der Projekte haben die beteiligten Partner wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung von Prozessen, zur Reduzierung von Kosten und/oder zur Schonung von Ressourcen gewonnen, die sie in der Praxis weiter umsetzen und die ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile bieten. Die Verwertung der erzielten Erkenntnisse wurde – sofern möglich – schon während der Projektlaufzeit initiiert oder sogar realisiert.

  • Fallstudie ecoBox – ökoeffizientes Behältermanagement

Die Deutsche Post hat über 14.500 Wechselbrücken mit Echtzeitortungssystemen ausgestattet. Das Wissen, wo sich welche Wechselbrücken befinden, ermöglicht eine gezielte und effiziente Disposition im gesamten Netz. Der Praxistest hat bewiesen: Bereits wenige Monate nach der Einführung konnten unnötige Leer- und Repositionierungskilometer sowie damit verbundene Treibstoffverbräuche und Emissionen vermieden werden. Trotz Steigerung des gesamten Sendungsaufkommens konnte – relativ gesehen – der Bestand an Wechselbrücken reduziert und weitere Ressourcen eingespart werden.

  • Fallstudie ecoModal A – CO2-Vermessung des Intermodal-Netzes

Auf der Relation Ruhrgebiet-München/Norditalien erhob die Deutsche Bahn dezidierte Verbrauchsdaten für den Schienentransport, d.h. Daten zur E-Traktion, Rangieren, Leeranteile, Umschlag etc. Nun können bislang vernachlässigten Prozessen des kombinierten Verkehrs Kennzahlen (z.B. kWh pro TEU oder tkm) zugeordnet und die CO2-Effizienz des reinen Lkw-Transportes und des kombinierten Verkehrs gegenübergestellt werden.

  • Fallstudie ecoTrack – Schadstoffemissionstracking von Transporten

Beim Stückgutspediteur Schmidt-Gevelsberg fand erstmals eine verursachungsgerechte Bestimmung von CO2-Emissionen statt. In einer ersten Erprobungsphase sind vier Lkw mit On-Bord-Units ausgestattet worden, die für jeden Teilabschnitt den Treibstoffverbrauch gemessen und protokolliert haben. Daraus konnten die Emissionen für jede Sendung ermittelt werden. Allein die Ausstattung der Lkw mit den On-Bord-Units und die damit einhergehende aktuelle Bereitstellung von Fahrerinformationen ermöglichten der Spedition, den Treibstoffverbrauch durch eine ökologische Fahrweise um 7 Prozent zu senken.

  • Fallstudie ecoPlan – ökoeffiziente Tourenplanung

Der KEP-Dienstleister UPS hat im Rahmen der Fallstudie alternative Distributionssysteme wie beispielsweise E-unterstütze Lastenfahrräder und E-Zustellfahrzeuge in innerstädtischen Modellregionen getestet. Mit den durchgeführten Tests und der parallelen dezidierten Analyse von Sendungsdaten und Energiebedarfen konnte der Ressourcenverbrauch reduziert werden. Die begleitende Einführung einer Gebietsaufteilung nach ökologischen Gesichtspunkten verspricht weitere Reduktionspotenziale. Mit Abschluss der Fallstudie steht für UPS fest: Die E-Paketfahrzeugflotte wird zukünftig ausgebaut und der Einsatz des Lastenfahrrads „Cargo Cruiser“ in Deutschland und Frankreich kontinuierlich erweitert.

  • Fallstudie ecoHub – Ressourceneffiziente Logistikstandorte

In ecoHub wurden alle relevanten Bereiche – Gebäude, Gebäudetechnik, intralogistische Einrichtungen und Prozesse – eines Umschlagszentrums hinsichtlich ihrer spezifischen ökoeffizienten Optimierungspotenziale betrachtet und die Wechselwirkungen zwischen den Bereichen und den verschiedenen Technologieansätzen analysiert. Einsparungspotenziale konnten u.a. auf Basis von Strommessungen im laufenden Betrieb quantifiziert werden: Mittels einer Nachrüstung in der Sortierung kann die Deutsche Post eine Million kWh pro Jahr in der Briefwertschöpfungskette einsparen. An einem anderen Logistikstandort zeigte ein genauerer Blick in die reale Nutzung eines Wechselbatterienkonzeptes weitere Verbesserungsansätze auf. Im Ergebnis steht u.a. ein Konzept für die SEAL Logistikimmobilie, dem Surplus Energetic Autarky Logistic Warehouse.

Nachrichten & Berichte

27. Februar 2015

International unterwegs: Neues IWA stützt sich auf Green Logistics-Forschung

Das neue International Workshop Agreement (IWA) 16 zur Messung und Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Güterverkehr verweist im Bereich der Logistikstandorte auf Forschungsergebnisse aus dem Verbundprojekt ... mehr

Das neue International Workshop Agreement (IWA) 16 zur Messung und Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Güterverkehr verweist im Bereich der Logistikstandorte auf Forschungsergebnisse aus dem Verbundprojekt Green Logistics des EffizienzClusters. IWAs sind ein Instrument der Internationalen Organisation für Normierung, kurz ISO, aus denen sich durch eine weitere Bearbeitung Standards oder Normen entwickeln können. „Durch die Referenz im IWA haben wir einen wichtigen Schritt dahin getan, dass zukünftig auch Logistikstandorte als Teil von Logistikdienstleistungen im Hinblick auf ihre Umweltwirkungen betrachtet werden“, freut sich Projektleiterin Dr. Kerstin Dobers vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. „Der Verweis auf unser Projekt erhöht gleichzeitig unsere internationale Sichtbarkeit.“
Im Mai vergangenen Jahres hatte das Deutsche Institut für Normung DIN das Sekretariat für die Erarbeitung des IWA mit dem genauen Titel „International harmonisierte Methode(n) für eine kohärente Quantifizierung von CO2e-Emissionen von Frachttransporten“ übernommen. In insgesamt drei Workshops erarbeitete eine internationale Expertenrunde mit mehr als 50 Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft die internationale Übereinkunft. Die Teilnehmer kamen aus ganz Europa, den USA, Brasilien oder Neuseeland. Ziel war es, bestehende Lücken in der Berechnung von Treibhausgasemissionen zu identifizieren und Empfehlungen für die Schließung dieser Lücken zu erarbeiten – beispielsweise aufbauend auf Vorarbeiten wie denen im Verbundprojekt Green Logistics.
Das IWA 16 umfasst insgesamt sechs Gap-Analysen für die Bereiche Straße, Schiene, Binnenschifffahrt, internationaler Seeverkehr, Luft und Logistikstandorte. Im Rahmen der Gap-Analyse für die Logistikstandorte wurden ausgewählte Verfahren und Prozesse zur Ermittlung und Quantifizierung von CO2e-Emissionen anhand der Arbeiten aus drei Forschungsprojekten betrachtet, darunter Green Logistics. Im Rahmen des Verbundprojekts wurde eine Methode entwickelt, mit der erstmalig die ökologischen Wirkungen logistischer Prozesse und Systeme erstmalig verursachungsgerecht für die Bereiche Logistikimmobilie, Intralogistik und Transport – also für die gesamte Logistikkette – bestimmt werden können.
Hier finden Sie weitere Informationen zum IWA 16.

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06. Oktober 2014

Informationen aus erster Hand: Stakeholder von Green Logistics diskutieren über Allokationsverfahren

Informationen aus erster Hand: Stakeholder von  Green Logistics diskutieren über Allokationsverfahren

Grüne Logistik ist machbar: Wie Umweltwirkungen der Gesamtdienstleistung „Logistik“ einzelnen Aspekten des Systems zugeordnet werden können – Stichwort: Allokation –, das zeigten die Partner des Verbundprojekts Green Logistics im EffizienzCluster LogistikRuhr beim 3. Treffen der Stakeholder Group im Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund auf. Mehr als 30 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die entsprechenden Verfahren zu informieren und mit den Forschern zu diskutieren, ob sich die Lösungen auch in ihrem Unternehmen realisieren lassen. Weiterführende Informationen erhielten die Stakeholder auch zum zukünftig geplanten Zertifizierungssystem Green Logistics selbst.

Das Projektteam des Fraunhofer IML stellten den Stakeholdern im Rahmen des ganztägigen Treffens zunächst den aktuellen Stand der Green Logistics-Methode zur Berechnung der Umweltwirkungen von Logistikdienstleistungen sowie die im Projekt entwickelten Allokationsansätze für die Logistik vor. „Allokation erfolgt heute in der Regel für den Transport, seltener für den Standort. Green Logistics setzt sich nun für die kombinierte Betrachtung ein, die bislang noch gar nicht stattfindet. Dabei haben wir versucht, ein heterogenes System so zu vereinfachen, dass es für alle Unternehmen anwendbar ist“, sagte Dr. Kerstin Dobers. „Beim Stakeholder-Treffen konnten wir nun mit einem erweiterten Kreis an Unternehmen diskutieren, welche Vereinfachungen sinnvoll sind und ob die Daten, die jetzt noch gebraucht werden, in Unternehmen bereits vorhanden sind oder zumindest grundsätzlich überhaupt erhoben werden können.“ Eine Vereinfachung besteht unter anderem darin, dass bestimmte systemübergeordnete Daten wie Verwaltung oder Mitarbeitermobilität pauschal auf Kernaktivitäten der Logistik wie Lager und Transport umgeschlagen werden können.
Anwendungsbeispiele zur Allokation im Warenlager bei zwei Praxispartnern des Projekts, den Logistikunternehmen Schmidt-Gevelsberg und Fiege, machten die Verfahren konkret. Abschließend stellte Dr. Ralf Röhrig vom TÜV Rheinland das Zertifizierungssystem Green Logistics vor.

Neben den Methoden für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei der ökologischen Bewertung wurde beim Stakeholder-Treffen auch ein „grüner Stellhebel“ präsentiert – die energie-autarke Logistikimmobilie. Dipl.-Ing. Gordon Mauer vom Projektpartner Arcadis informierte über das Konzept: Danach produziert die Logistikimmobilie von morgen sogar genug Energie, um auch eine Standard-Intralogistik versorgen zu können.

Ziel von Green Logistics ist, dass Umweltwirkungen von Logistikdienstleistungen realitätsnah, pragmatisch und nachvollziehbar vergleichbar bestimmt und deklariert werden. Die Diskussion mit den Stakeholdern hat die Projektpartner dabei wieder einen weiteren wichtigen Schritt weitergebracht. Die Stakeholder-Group von Green Logistics dient dazu, die externe Sicht – und damit die Realität weiterer Unternehmen – in das Projekt zu integrieren. Im Projekt bzw. den Teilprojekten entwickelte Verfahren, Lösungen und Modelle, die in Fallstudien und Piloten bereits einmal erprobt sind, werden einem breiteren Kreis an Teilnehmern zugänglich gemacht. Die Hinweise aus dem Kreis der Stakeholder gehen jetzt in die weitere Projektarbeit ein.

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16. Juni 2014

Netzwerk innovativer Logistiker wächst weiter

Netzwerk innovativer Logistiker wächst weiter

Das Netzwerk des EffizienzCluster LogistikRuhr wächst weiter – und es wird immer internationaler: Im Rahmen des jährlichen Strategietreffens der Clusterakteure haben Vertreter des Verbundprojektes Green Logistics und der europäischen Initiative GreenFreight Europe heute in Mülheim a.d.R. ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet – ganz im Zeichen des Konferenzthemas „Vorsprung durch Synergien“.

„Die Unterzeichnung der Vereinbarung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft – auch im internationalen Kontext: Gemeinsam kann man effizientere Lösungen und wettbewerbsfähigere Produkte entwickeln“, so Dr. Christian Jacobi, Vorsitzender der Geschäftsführung der EffizienzCluster Management GmbH (ECM). „Dabei ist es uns mit unserem nunmehr vierten Jahrestreffen wieder gelungen, neue Impulse durch erfolgreiche Proof-of-Concepts aus dem Cluster zu vermitteln und uns als lebendiges Netzwerk innovativer Logistik in Europa zu positionieren.“

Für die Akzeptanz am Markt: „Akteure in Prozesse einbinden“
Einen wichtigen Beitrag dazu leistete auch das Verbundprojekt Green Logistics, eines der größten Forschungsvorhaben zur grünen Logistik in Europa, mit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding. Bereits im April dieses Jahres hatte das Projektkonsortium eine erste vergleichbare Vereinbarung mit der European Intermodal Association, die sich für eine nachhaltige intermodale Mobilität in Europa einsetzt, geschlossen. Gemeinsam mit dem neuen offiziellen Kooperationspartner Green FreightEurope will das Green Logistics-Konsortium Methoden und Konzepte für eine verursachungsgerechte Bestimmung der ökologischen Wirkung von Logistikleistungen etablieren und sich über Best Practices austauschen.
Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und Vorsitzender des Scientific Committee des EffizienzClusters, verwies dabei auf die Bedeutung einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft: „Gerade bei komplexen Fragestellungen wie den ökologischen Bewertungsverfahren gilt es, alle wesentlichen Akteure in die Entwicklung einzubeziehen. Nur so schaffen wir letztlich die Verbindlichkeit in den Prozessen, die wir für die Akzeptanz am Markt brauchen.“
Das Memorandum of Understanding unterzeichneten Peter van der Sterre und Daniel Jaetsch für GreenFreight Europe sowie Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen und Verbundprojektmanagerin Dr.-Ing. Kerstin Dobers für Green Logistics.

Clusterakteure vereinbaren neue Initiativen und Projekte
Insgesamt waren mehr als 100 Clusterpartner aus den beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen der Einladung des Clustermanagements gefolgt, um auf dem Strategietreffen voneinander bzw. von den jeweiligen Erfahrungen und Ergebnissen aus den Projekten zu profitieren. Das Clustermanagement hatte dazu im Vorfeld eine so genannte „Landkarte der Clustersynergien“ mit Methoden und Technologien erstellt, die derzeit in mehreren Forschungsprojekten parallel angewendet und nun miteinander verknüpft werden konnten.
Im Rahmen von fünf Workshops hatten die Projektmanager dabei die Gelegenheit, die Relevanz von Forschungsergebnissen anderer Projekte für ihre eigene Arbeit zu prüfen. So wurden im Workshop „Leistungssteigerung in der Logistik“ unterschiedliche Herangehensweisen an Potenzialanalysen und Prognoseverfahren für künftige Logistikherausforderungen vorgestellt, im Workshop Nachhaltigkeitsmethoden verschiedene Methoden der Nachhaltigkeitsmessung in der Logistik erörtert. Im Workshop „AutoID entlang der Supply Chain“ standen die Möglichkeiten zur Lokalisierung von Waren und Gütern auf der Agenda – und die Übertragbarkeit von Lösungen etwa von der Möbelindustrie auf den Handel, und umgekehrt.
„Auf Basis der identifizierten Synergiepotenziale haben wir ganz konkrete gemeinsame Aktivitäten beschlossen – sowohl im Hinblick auf die wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen als auch auf Folgeprojekte“, zog ECM-Geschäftsführer Christian Jacobi eine positive Bilanz der Workshops. Dazu gehören beispielsweise die Gründung von Normungs- und Standardisierungsinitiativen sowie die Vereinbarung themenübergreifender Studien – immer auch im Hinblick auf die Internationalisierung der Forschung.

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12. Mai 2014

Green Logistics und European Intermodal Association unterzeichnen MOU

Green Logistics und European Intermodal Association unterzeichnen MOU

Um die im Forschungsprojekt Green Logistics entwickelten Methoden und Konzepte für eine verursachungsgerechte Bestimmung der ökologischen Wirkung von Logistikleistungen international zu verankern, hat das Projektkonsortium des Forschungsvorhabens Green Logistics jetzt ein Memorandum of Understanding auf EU-Ebene geschlossen. Partner ist die European Intermodal Assoziation, die sich für eine nachhaltige intermodale Mobilität in Europa einsetzt. „Wir stehen vor der Herkulesaufgabe, wie wir die Auswirkungen aller logistischen Leistungen entlang der Wertschöpfungskette vergleichbar, transparent und standardisiert messbar machen“, so Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter des Fraunhofer IML anlässlich der Unterzeichnung in Paris. „Wir brauchen eine Systemdefinition, die in verbindlichen internationalen Standards münden soll . Dafür müssen wir alle wesentlichen Akteure in den Entwicklungsprozess einbeziehen und die Nachhaltigkeit in der Logistik wirksam voranbringen. Nur so schaffen wir Akzeptanz.“ Deshalb hat das Projektkonsortium bereits 2012 eine Stakeholdergruppe aufgesetzt, in der sich zahlreiche international agierende Großunternehmen einbringen. Die vom Konsortium entwickelten Methoden und Ansätze werden hier diskutiert und auf Praxistauglichkeit getestet.
Der MOU sieht einen intensiven Wissens- und Informationsaustausch zwischen den Partnern vor. Zudem wollen sich die Partner verstärkt über Themen der Grünen Logistik austauschen, weitere relevante Marktpartner in die Aktivitäten integrieren, zusätzliche Forschungsfragen entwickeln und sich bei der Bildung von Konsortien im Rahmen europäischer Forschungsprojekte unterstützen. Weitere Abkommen mit internationalen Initiativen und Interessensgemeinschaften sind geplant.

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05. Dezember 2012

Schwergewichte der Branche unterstützen grüne Logistik

Schwergewichte der Branche unterstützen grüne Logistik

„Wir brauchen eine transparente und vergleichbare Methode, mit der wir erstmals die ökologischen Wirkungen logistischer Prozesse verursachungsgerecht bestimmen können“, begrüßte Dr. Marc Schneider, Abteilungsleiter Umwelt und Ressourcenlogistik im Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, die rund 50 Teilnehmer des ersten Stakeholder-Treffens des Forschungsprojekts „Green Logistics“. Sie sollen die Entwicklung einer Methode zur Ökologischen Bewertung sowie eines Zertifizierungssystems für Logistikdienstleister als Beratergremium intensiv begleiten. „Wir setzen auf eine breite Akzeptanz der großen Akteure unserer Branche für einen einheitlichen Standard und wollen die Methode und das Zertifizierungssystem nicht nur in Deutschland, sondern international ausrollen. Denn: Logistik endet nicht an Ländergrenzen“, so Schneider. Im Projekt „Green Logistics“ entwickeln die Forscher sowohl konkrete ökoeffiziente Produkte und Dienstleistungen als auch Methoden und Instrumente, die in ein Zertifizierungssystem für grüne Logistikdienstleister überführt werden.

Schon das Projektkonsortium von „Green Logistics“ ist mit u.a. DB Mobility Logistics, der Deutschen Post, UPS, Lufthansa Cargo oder Arcadis mehr als hochkarätig besetzt. Unterstützt wird die Forschergruppe jetzt unter anderem durch Dax-Unternehmen wie Daimler oder ThyssenKrupp, durch Konzerne wie Evonik Industries, Audi, Metro oder Hapag-Lloyd sowie durch die Logistiker des Frankfurter Flughafens oder von Garbe Logistic. „Der Handlungsdruck für eine grüne Logistik in den Unternehmen ist sehr hoch. Deshalb haben viele Unternehmen unsere Einladung angenommen, in der Stakeholder Group mitzuarbeiten“, freut sich Projektleiterin Dr. Kerstin Dobers vom Fraunhofer IML.

Die Unternehmen werden künftig in die Entwicklung der Methodik und des Zertifizierungssystems eingebunden – die Thematik ist komplex. Allein die Definition des Bilanzraums ist eine Herausforderung: Werden Immobilien und Mitarbeiter mit bewertet? Wie differenziert man zwischen gekühlter und ungekühlter Ware? Und wie werden die Zulieferer eingebunden? Dabei sind die Anforderungen in den Unternehmen zudem unterschiedlich und Daten oft nicht vorhanden. „Wir wollen die Methodik mit realen Daten entwickeln und Empfehlungen für die Verwendung von Datenbankwerten geben“, so Dobers. „Die Abweichungen sind hier oft sehr groß. Je nach verwendeter Datenbank variieren die Ergebnisse um bis zu 55 Prozent.“ Valide Daten werden künftig auch die Mitglieder der Stakeholder Group liefern – durch Erhebungen in den eigenen Unternehmen oder auch durch die Teilnahme an Umfragen.

Derzeit bietet das Projektkonsortium übrigens eine Umfrage an, die klären soll, wie hoch der Anteil der Subdienstleister bei Logistikdienstleistungen ist. Sie ist offen für alle Logistikdienstleister und Verlader – nicht nur für Teilnehmer der Stakeholder Group: Hier geht es zur Umfrage.

Konkrete Erfolge für Praxispartner

Die Datenerhebung und -strukturierung für ein standardisiertes ökologisches Bewertungsverfahren ist die eine Seite der Medaille. Die Frage, welche Erkenntnisse sich daraus ableiten lassen, die andere. So hat sich beispielsweise bei der Bewertung von Logistikimmobilien gezeigt, dass bis zu neun Prozent der gesamten Standortemissionen an Treibhausgasen auf Verpackungs- und Transportmaterial entfallen können – neben dem Stromverbrauch somit ein nicht zu vernachlässigender Ansatz, Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Bei Strommessungen vor Ort haben die Forscher aus dem Fraunhofer IML entdeckt, dass die Stromlast in unproduktiven Phasen teilweise sehr hoch war. Eine kleine technische Veränderung, deren Return on Invest bei rund sechs Monaten lag, verspricht z. B. in den Briefzentren der Deutschen Post eine Stromersparnis von einer Million Kilowattstunden pro Jahr. Diese Strommessungen bietet die Abteilung Umwelt und Ressourcenlogistik interessierten Unternehmen seitdem als Dienstleistung an.

Beispiele wie diese zeigen, wie ökologisches Handeln und ökonomischer Nutzen Hand in Hand gehen. Das gilt auch für weitere Teilprojekte, an denen Forscher und Praxispartner gemeinsam arbeiten. UPS setzt in einem Pilotprojekt elektrisch betriebene Lastenfahrräder ein, die die Nutzung dieselbetriebener Fahrzeuge reduzieren und damit die Ökoeffizienz der Zustellung verbessern. Die internationale Spedition Schmidt-Gevelsberg baut ein System auf, das die CO2-Emissionen on-board verursachungsgerecht ermittelt und allokiert. Derzeit können gebrochene Transportketten nur unzureichend abgebildet werden. Ziel ist, kundenbezogene Emissionsreports zu erstellen. In insgesamt acht Fallstudien von der Last Mile Logistik über die Mittel- und Langstrecke bis hin zur Logistikimmobilie werden in Green Logistics ökoeffiziente Lösungen entwickelt. Zur Bewertung der ökologischen Wirkung und zur Erfolgskontrolle wird die im Forschungsprojekt entwickelte Methodik eingesetzt.

„Die Diskussionen und die kritische Reflexion der Akteure in der Stakeholder Group werden unser Forschungsprojekt befruchten und uns helfen, Standards und Methoden zu verfeinern und noch anwendungs- und nutzerfreundlicher zu machen“, ist Schneider überzeugt. „Denn wir haben uns ein großes Ziel vorgenommen: Mittelfristig wollen wir das entwickelte Zertifizierungssystem in einen internationalen Normenausschuss einbringen.“ 

Kontakt:

Verbundprojekt „Green Logistics“
Dr. Marc Schneider
Abteilungsleiter Umwelt und Ressourcenlogistik
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Marc.Schneider@iml.fraunhofer.de
Tel.: +49 (0) 231/9743-443

Dr. Kerstin Dobers
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Kerstin.dobers@iml.fraunhofer.de
Tel.: +49 (0) 231/9743-360

Ausführliche Informationen zur Strommessung von Logistikstandorten finden Sie hier zum Download.

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Partner im Projekt

ARGE Goodman Germany GmbH

 

Arcadis Deutschland GmbH

 

DB Mobility Logistics AG

 

Deutsche Post AG

 

Fiege Deutschland Stiftung & Co. KG

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

 

Lufthansa Cargo AG

 

Schmidt-Gevelsberg GmbH

 

TÜV Rheinland AG

 

United Parcel Service Deutschland Inc & Co. OHG

 

Vanderlande Industries GmbH

 

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt , Energie GmbH

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Ökologie wird zu einer weiteren Zielgröße in der Logistik – ein einheitliches Zertifikat soll es Unternehmen erleichtern, ihre Logistik ökoeffizient zu gestalten.

Ansprechpartner

Dr. Marc Schneider

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

E-Mail:
marc.schneider
@iml.fraunhofer.de

 

Dr. Kerstin Dobers

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

E-Mail:
kerstin.dobers
@iml.fraunhofer.de

Daten & Fakten

Projektstart

01.06.2010

Projektlaufzeit
58 Monate

Projektvolumen
6,2 Mio Euro

Weitere Informationen

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