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Urban Retail Logistics - Gemeinsam in die Stadt

Die Entwicklung eines Urban Hubs als zentraler Bündelungspunkt für die logistische Abwicklung hoch individualisierter Warenströme kann nicht zuletzt einen Beitrag zur Verkehrsoptimierung im innerstädtischen Raum leisten. Damit teilen die Projektpartner die Einschätzung, die auch Projekten zu Citylogistik in den 1990er Jahren zu Grunde lag. Bekanntermaßen scheiterten die meisten Projekte seinerzeit nicht zuletzt an mangelnder Kooperationsbereitschaft und vor allem an der notwendigen Wirtschaftlichkeit.

Forschungsfrage

Wie wird die Stadt der Zukunft mit Waren versorgt? Wie werden die Menschen zukünftig einkaufen? Ist die Handelsfiliale von morgen eine völlig andere als die von heute? Und wie wirkt sich das auf die anliefernde Logistik in der Stadt aus? Welche neuen Konzepte muss die Handelslogistik einsetzen? Welche Anforderungen ergeben sich an die urbane Handelslogistik der Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Akteure des Verbundprojekts Urban Retail Logistics (URL).

Forschungsagenda

Im Projekt wurden Konzepte und IT-Lösungen entwickelt, um die Logistik an das veränderte Konsumverhalten und die Bedingungen in urbanen Ballungsräumen anzupassen. Zentrales Ziel war die Weiterentwicklung der Feindistribution, um den Herausforderungen in urbanen Räumen und gleichzeitig den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Kooperation von Wettbewerbern, Bündelung von Warensendungen in die Innenstadt, Einsatz intelligenter Software zur Steuerung, Nutzung der Nacht als Lieferzeit und dazu notwendige Technologiebausteine waren dabei die wesentlichen Schlagworte. Im Fokus stand die Entwicklung eines Urban Hubs vor den Toren der Stadt.

Konkrete Ergebnisse

Grundlagen

Die im Projekt geleisteten wissenschaftlichen Vorarbeiten bildeten eine wichtige Grundlage zur Ermittlung der Potenziale und Effekte einer gebündelten Warenanlieferung.

  • Potenzialanalyse urbane Bündelung und logistische Leistungsklassen

Zur Ermittlung höchstmöglicher Potenziale einer kooperativen urbanen Handelslogistik auf der letzten Meile wurde ein Analyse-Werkzeug entwickelt. Die Potenzialanalyse wurde exemplarisch für die Stadt Dortmund erstellt, sie ist aber durch entsprechende Dateneingabe für jede andere Stadt adaptierbar. Die Ergebnisse der Analyse zeigten für den Citybereich der Stadt Dortmund eine mögliche Reduktion der Lkw-Einfahrten von bis zu 30 Prozent.

Lösungen

Im Rahmen der Entwicklung alternativer Konzepte für die Feindistribution im urbanen Raum liegen folgende Ergebnisse zum Aufbau eines Urban Hubs bzw. zur urbanen Versorgung vor.

  • Konzept für einen Urban Hub

Die Besonderheit des Urban Hub liegt in seiner kooperativen Nutzung: Unternehmens- und sortimentsübergreifend werden Warenströme gebündelt und verschiedenste Anlieferpunkte in der Stadt gemeinsam beliefert. Für einen solchen Urban Hub wurden unter anderem ein vollständiger Referenzprozess und eine Leistungsspezifikation für einen neutralen Dienstleister erstellt sowie Ablaufvarianten für Betreibermodelle und Vertragskonzepte entwickelt, die den wettbewerbsrechtlichen Anforderungen entsprechen. Mit einer zusätzlichen Business Case Analyse ist die Wirtschaftlichkeit eines Urban Hub erstmals wissenschaftlich fundiert aufgezeigt worden. Ein Augenmerk lag auch auf dem Ressourcenverbrauch des Hubs. Dazu wurden Energie-Bausteine geprüft, die eine Ressourceneinsparung von 25 Prozent ermöglichen (u.a. Photovoltaik, Farbstoffsolarmodule, Intelligente Sonnenschutzverglasung). Eine wesentliche Grundlage für das Funktionieren des Hubs ist das Urban Information System.

  • Konzept zur intelligenten Filialbelieferung

Im Verbundprojekt wurde ein Prototyp für eine so genannte Mobile Wareneingangszelle entwickelt und getestet. Damit können Restriktionen der Innenstadtbelieferung umgangen sowie Markt- und Anlieferprozesse entkoppelt werden. Die Prototypenentwicklung der Mobilen Wareneingangszelle wird aktuell vom Projektpartner REWE verfolgt.

  • Konzept für eine geräuscharme Nachtanlieferung

Die im Projekt betrachteten Ansätze der Nachtanlieferung bieten große Vorteile zur Entzerrung der Verkehrssituation in Innenstädten und urbanen Gebieten. Das erarbeitete Konzept kann im Rahmen eines Piloten umgesetzt werden, idealerweise durch Kommunen.

  • Zielarchitektur / Konzept für das UIS

Mit dem UIS liegt ein wesentlicher Baustein und damit auch ein Standard für den Aufbau von Urban Hubs vor, der sich als Blaupause für unterschiedlichste Teilnehmer und vielfältige Bedarfe nutzen lässt. Das UIS bildet die Plattform für die Kooperation unterschiedlicher Handelsunternehmen zur Bündelung der Warenströme der urbanen Versorgung. Zum einen unterstützt es den Urban Hub bei der Durchführung seiner Prozesse, zum anderen dient es als Kommunikationsplattform für die Partner. Das UIS ist als Hybrid-Cloud- Anwendung konzipiert. Auf der CeBIT 2012 hat es den Telematics‘ Pitch des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BITKOM gewonnen.

Verwertung der Ergebnisse

Das Projekt URL hat eine breite europäische Diskussion zur sicheren Versorgung urbaner Räume angestoßen. Das im Forschungsprojekt entwickelte Konzept für den realen Urban Hub dient nun als Grundlage für neue weiterführende Projekte am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Die Forschungsergebnisse zum Thema geräuscharme Nachtlogistik werden im Forschungsprojekt GeNaLog im Rahmen der Förderung von „Dienstleistungsinnovationen mit Elektromobilität“ durch das Bundesministerium für Bildung und  Forschung verfeinert und vertieft.

Nachrichten & Berichte

07. Mai 2012

Trendstudie Handelslogistik: Branche steht vor erheblichen Umstrukturierungen

Trendstudie Handelslogistik: Branche steht vor erheblichen Umstrukturierungen

Trendstudie Handelslogistik 2012

Multi Channel Retailing ist im Handel angekommen: Immer mehr Händler bieten einen Teil oder das gesamte Sortiment auch über Online-Plattformen an. Das ist ein Ergebnis der Trendstudie Handelslogistik 2012 ... mehr

Trendstudie Handelslogistik: Branche steht vor erheblichen Umstrukturierungen

Trendstudie Handelslogistik 2012

Multi Channel Retailing ist im Handel angekommen: Immer mehr Händler bieten einen Teil oder das gesamte Sortiment auch über Online-Plattformen an. Das ist ein Ergebnis der Trendstudie Handelslogistik 2012 von EHI Retail Institute und Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Zum Kreis der befragten Unternehmen zählen neben den Händlern selbst erstmals auch Hersteller und Logistikdienstleister.

In der Studie wurde auch nach der Logistik hinter dem zusätzlichen Vertriebskanal Internet gefragt. Dabei zeigt sich, dass sich Hersteller und Händler tendenziell für unterschiedliche Modelle entscheiden. Die Mehrheit der teilnehmenden Hersteller (59 Prozent) plant, den Online-Handel in bestehende Lagerstandorte zu integrieren, während die Handelsunternehmen mehrheitlich das Outsourcing der Logistik für das e-Commerce-Segment bevorzugen (55 Prozent). „Multi Channel Retailing wird in jedem Fall für erhebliche Umstrukturierungen in der Branche und somit in der Logistik sorgen“, sagt Christiane Auffermann von der Abteilung Handelslogistik im Fraunhofer IML, die im EffizienzCluster LogistikRuhr das Leitthema Urbane Versorgung verantwortet. „Angesichts der Zunahme des Lieferverkehrs durch den Internethandel, aber auch durch die Diversifizierung im stationären Handel sind neue effiziente Logistiklösungen gefragt, um den steigenden Warenverkehr zu bewältigen – insbesondere im urbanen Raum mit seinen ohnehin begrenzten Infrastrukturen“, so die Leitthemenentwicklerin weiter.

Im Leitthema Urbane Versorgung wird in mehreren Projekten und auf unterschiedlichen Ebenen daran gearbeitet, die Versorgung von Ballungsräumen auch in Zukunft sicherzustellen – beispielsweise mit Konzepten und Lösungen zur Bündelung logistischer und nicht-logistischer Dienstleistungen sowie zur Bündelung verschiedener Material- und Warenströme in einem so genannten Urban Hub. Innovative Warenübergabesysteme auf der letzten Meile sollen die Konzepte zur urbanen Versorgung komplettieren.

Ein weiteres Ergebnis der Trendstudie: Transportkosten sind für den Handel der Dreh- und Angelpunkt in der Lieferkette. Steigende Kosten im Transport führen nach wie vor die Liste der wichtigsten ökonomischen Rahmenbedingungen im Handel an. Bei den Händlern stufen 98 Prozent der befragten Logistiker die Transportkosten als sehr wichtig oder wichtig ein, bei den Herstellern sogar 100 Prozent.

Darüber hinaus wurde in der Studie deutlich, dass die demografische Entwicklung und ein zunehmender Mangel an logistischen Fachkräften im Konsumgüterbereich bereits nachhaltige Spuren hinterlassen: 95 Prozent der teilnehmenden Händler, 96 Prozent der Hersteller und alle teilnehmenden Logistikdienstleister setzen als wichtigste Maßnahme zum Erhalt der Qualität des Logistikpersonals auf die Weiterbildung von Mitarbeitern.

Die dritte Auflage der Trendstudie Handelslogistik wurde wie in den Vorjahren in Form einer Online-Erhebung durchgeführt. Mit 71 teilnehmenden Logistikspezialisten (DACH-Region) können EHI und Fraunhofer IML eine Rekordbeteiligung an der Studie vermelden.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier.

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29. März 2012

IT-Konzept für Urban Retail Logistics gewinnt Telematics´ Pitch

Das „Urban Information System“ für das Verbundprojekt Urban Retail Logistics hat den Telematics‘ Pitch des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BITKOM auf der CeBIT 2012 gewonnen. Das IT-Konzept des Management- und IT-Beratungsunternehmens Capgemini, einer der Partner im Verbundprojekt, überzeugte die Jury in der Kategorie „Logistik, Navigation & Nachhaltigkeit“.

Der Telematics’ Pitch ist eine Initiative des BITKOM unter Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministerium. 2012 fand der Wettbewerb bereits zum dritten Mal statt, jeweils im Rahmen der CeBIT in Hannover. Ziel ist es, Unternehmen mit neuen Ansätzen rund um Verkehrstelematik, Navigation und Mobilität auszuzeichnen.

Rund 50 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr mit ihren Ideen für den Pitch beworben, der in den Kategorien „Logistik, Navigation & Nachhaltigkeit“ sowie „Infotainment, Mobile Apps & Services“ ausgetragen wurde. Die Finalisten mussten sich auf der CeBIT live miteinander messen und eine fachkundige Jury innerhalb von acht Minuten von ihrer Idee überzeugen. Drei Minuten gehörten der Präsentation des Konzepts, fünf Minuten wurden die Vortragenden ins „Kreuzverhör“ genommen. Das Urban Information System von Capgemini, erläutert von Dr. Christoph Windheuser, trat dabei gegen ein Projekt zum „Mobilitätsmanagement der Gegenwart und Zukunft“ von IBM an – und gewann.

Zentrales Ziel des Verbundprojekts Urban Retail Logistics ist die Weiterentwicklung der Feindistribution in städtischen Räumen. Diese stellt Handelsunternehmen angesichts des zunehmenden Verkehrs und der Restriktionen durch Umweltzonen schon heute vor große Probleme. Ein Urban Hub als zentraler Bündelungspunkt soll daher die logistische Abwicklung hoch individualisierter Warenströme ermöglichen. Dazu sollen die Lieferströme unterschiedlichster Händler gebündelt werden – auch solcher, die miteinander in Konkurrenz stehen. „Doch der Wettbewerb findet nicht im Lkw statt, sondern im Regal“, erläutert Dr. Christoph Windheuser von Capgemini den Kooperationsgedanken. Es müsse daher nicht jedes Handelsunternehmen einen eigenen – nicht komplett ausgelasteten – Lkw zur Filiale schicken, Vielmehr könne ein neutraler Logistik-Dienstleister gebündelte Waren vom Urban Hub ausfahren. Lkw-Kapazitäten und Ressourcen würden so besser genutzt werden. Gesteuert werden die Warenströme über die von Capgemini entwickelte IT-Plattform.

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14. Februar 2012

Urbane Versorgung war "Stadtgespräch"

Urbane Versorgung war

Die Zukunft der urbanen Versorgung wurde im Rahmen des 3. InnovationsDialogs zum „Stadtgespräch“: Der EffizienzCluster bestritt unter diesem Motto eines von fünf Foren der Veranstaltung der InnovationsAllianz, einem Zusammenschluss der nordrhein-westfälischen Hochschulen. Rund 350 Unternehmer, Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter von Verbänden und Institutionen hatten sich am vergangenen Montag in der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund getroffen, um an den drängendsten Fragen der Zukunft zu arbeiten.
 
Viele Initiativen, Programme und Projekte befassten sich bereits mit den Auswirkungen der Urbanisierung und einer nachhaltigen Stadtentwicklung, erklärte der Moderator des Forums Dr. Christian Jacobi, Vorsitzender der Geschäftsführung der EffizienzCluster Management GmbH, zu Beginn. Er unterstrich die Rolle der Logistik in diesen Prozessen: „Wir sind die Experten für die Effizienz der Bewegung, der Bewegung von Waren und Gütern, von Menschen und Informationen. Und genau darauf kommt es in der Stadt an.“ Die demografische Entwicklung und die Zunahme von E-Commerce beeinflussten das Konsumverhalten und die Lebensstile in der Gesellschaft gerade in den Städten und Ballungsräumen massiv. Die Logistik verfüge sowohl über die Werkzeuge als auch über die methodischen Kompetenzen, um bei der Lösung der Probleme eine erfolgsentscheidende Rolle zu spielen.

Den Beweis traten zwei Leitthemenentwickler des Clusters an: Klaus Krumme (Leitthema Logistische Gestaltungskompetenz) und Christiane Auffermann (Urbane Versorgung) zeigten in ihren Vorträgen auf, welchen Beitrag die Logistik leisten kann, um die aktuellen gesellschaftlich relevanten Herausforderungen in wachsenden Metropolen zu meistern. Krumme verwies insbesondere auf die Problematik des demographischen Wandels – auch im globalen Kontext. Christiane Auffermann betonte, dass die Infrastrukturen in den Städten begrenzt seien, die Ressourcen endlich. Insbesondere die Handelslogistik müsse sich einer Vielzahl von Herausforderungen stellen: Individualisierte Kundenwünsche und die alternde Gesellschaft führten eben auch dazu, dass sich Planungszeiträume verkürzen und das Nachfrageverhalten stark schwankt. Ein neues Konzept dazu sei der Urban Hub vor den Toren der Stadt.

In den Podiumsdiskussionen, die sich an die Vorträge anschlossen, bezogen auch Vertreter der Wirtschaft – allesamt Partner in Verbundprojekten des Clusters – Stellung. Dazu gehörten Uwe Detering, Director Public Affairs Germany vom United Parcel Service Deutschland, Tobias Kaulfuß, Geschäftsführer der Rhenus Media Services, und Klaus Schnorr, Geschäftsführer Doego Fruchthandel und Import. So verwiesen beispielsweise die Logistik-Dienstleister in der Runde darauf, dass bestehende Angebote Dienstleistungen wie im Urban Hub konzipiert, durchaus anbieten könnten. Auch sei gerade durch Dienstleistungsunternehmen der Transport in die Städte allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch umweltoptimiert. „Aber der Blick über den Tellerrand muss erlaubt sein - gerade in einem Forschungsprojekt –, damit bestehende Angebote noch verbessert und ausgeweitet werden können. Manchmal brauchen gute Ideen einfach Zeit“, so Christiane Auffermann.

 

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Partner im Projekt

Capgemini Deutschland Holding GmbH

 

DOEGO Fruchthandel und Import eG

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

 

GS1 Germany GmbH

 

Landgard Blumen und Pflanzen GmbH

 

Lekkerland GmbH & Co. KG

 

Metro Group

 

REWE-Zentralfinanz eG

Wettbewerber sollen kooperieren, um Warenströme im „Urban Hub“ zu bündeln und die Feindistribution in der Stadt zu optimieren.

Ansprechpartner

Dipl.-Betrw.
Christiane Auffermann MBA

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Tel.: +49 (0) 231 97 43 309

E-Mail:
auffermann
@iml.fraunhofer.de

Daten & Fakten

Projektstart

01.06.2010

Projektlaufzeit
43 Monate

Projektvolumen
2,9 Mio Euro

Press Center

 

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