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smart Reusable Transport Items (smaRTI) - der intelligente Materialfluss

Die Koordination der weltweiten Warenströme ist eine Herausforderung, der die Forschung vor smaRTI mit komplizierten Algorithmen und Rechenkapazitäten begegnet ist. Doch das mathematische Optimum wird der dynamischen Realität kaum gerecht: Gefragt sind schnelle Entscheidungen in Echtzeit. Für eine neue Qualität logistischer Dienstleistungen soll ein intelligenter Materialfluss sorgen: Objekte und Güter routen sich selbst durch das globale Logistiknetz, indem sie untereinander und mit den bestehenden Logistiksystemen kommunizieren und dezentral interagieren.

Forschungsfragen

Ladungsträger sind in der Logistik die wichtigste Instanz, vor allem im stetig wachsenden globalen Handel. Sie fassen einzelne Packstücke zu Einheiten zusammen und ermöglichen eine verbesserte Konsolidierung. Doch wie lässt sich die Komplexität der Steuerung von Warenströmen reduzieren und Transparenz schaffen? Im Forschungsprojekt smaRTI, kurz für smart Reusable Transport Items, haben die Forscher dafür die entsprechende Lösung entwickelt.

Forschungsagenda

smaRTI versteht sich als Dienst zur Echtzeitverfolgung von Ladungsträgern und ist eng mit dem Internet der Dinge verbunden:
Dabei tragen Objekte – im konkreten Fall Mehrwegladungsträger – RFID-Transponder und Barcodes, über die sie sich in einem Netzwerk zusammenschließen, alle wichtigen Informationen für den Materialfluss sammeln und miteinander kommunizieren. Das Ziel ist ein intelligenter, auch unternehmens- und branchenübergreifender Materialfluss, in dem sich smarte Gegenstände selbstständig durch ein Logistiknetzwerk navigieren und zu ihren Bestimmungsorten finden. Die Forschung ist grundlegend für die Weiterentwicklung des Prinzips des Internets der Dinge in der Logistik. Die Forscher arbeiten dazu in drei Teilprojekten.

Konkrete Ergebnisse

Die Forscher im Projekt smaRTI haben sich höchst anspruchsvolle technologische Ziele gesteckt:

  • Entwicklung hybrider AutoID-Prozessbausteine

Das Prinzip: Die Technologie richtet sich nach dem Prozess. Jeder Ladungsträger unterstützt RFID (Radiofrequenz-Identifikation) und Barcode-Prozesse, sodass je nach Bedarf die besser geeignete Technologie zum Einsatz kommt und ihre jeweiligen Stärken ausspielen kann. Über den Ladungsträger werden Informationen wie Zustand, Position und Ladung über standardisierte Schnittstellen verteilt und ermöglichen so einen Echtzeitblick auf die gesamte Supply Chain. Mit einem Cloud-Computing System werden alle Bewegungsdaten über die gesamte Wertschöpfungskette registriert. Die Erfassung erfolgt mittels unterschiedlichster Identifikations- und Lokalisierungstechnologien in einer einheitlich definierten Sprache – Standards spielen dabei eine entscheidende Rolle.

  • Entwicklung eines cloudbasierten EPCIS Repository

Mithilfe des EPC (Electronic Product Code), speziell dem GRAI (Global Returnable Asset Identifier), wird jeder Ladungsträger weltweit eindeutig identifizierbar. Das IT-System basiert auf dem EPCIS (EPC Information Service). Die Nutzung bestehender Standards ist ein Schlüsselfaktor für den nachhaltigen Erfolg des Forschungsprojektes.

  • Intelligente Ladungsträger in der Handelslogistik

In der Handelslogistik ist mit dem Kreislauf der rund 5.000 intelligenten smaRTI-Paletten heute schon ein kleines „Internet der Dinge“ Wirklichkeit geworden: Beim Hersteller Mars Petfood in Verden werden die Paletten im Pilotprozess mit Hundefutter beladen, woraufhin ein Lesegerät die Verheiratung von Ware und Ladungsträger in Echtzeit an das Cloudsystem sendet. Bevor die Paletten sich auf den Weg in das Distributionszentrum des Händlers REWE machen, werden sie beim Verladen automatisch an RFID-Gates ausgelesen. Über eine webbasierte Informationsplattform können die Informationen zu Aufenthaltsort und -zeit, Ladung sowie des jeweiligen Aktionsschrittes abgerufen werden. Alle Partner wissen, wo sich zu welcher Zeit welche Ware und welcher Ladungsträger befindet. Der Kreislauf wird auch in einem Demonstrator veranschaulicht. Allen beteiligten Partnern bringt der Einsatz der intelligenten Palette wesentliche Zeit- und Kostenvorteile. Für ihre wegweisende Arbeit im Konsumgüterbereich wurden die smaRTI-Forscher mit dem ECR-Award 2013 in der Kategorie Unternehmenskooperation ausgezeichnet. Den Preis für Efficient Consumer Response (ECR) vergeben die Experten für Identifikations-, Kommunikations- und Prozessstandards von GS1 Germany jährlich für herausragende Management-Leistungen und Kooperationen, die Kundenorientierung beispielhaft in den Fokus rücken.
Ein Beispiel für den Einsatz des smaRTI-Konzeptes ist das Projekt VisTA der REWE Group, kurz für Visibility of Transport Assets. Hier werden Tiefkühlbehälter über die gesamte Prozesskette automatisiert erfasst. Dadurch entfällt die zeitintensive manuelle Verbuchung. Gerade im schnelllebigen Lebensmittelhandel können damit entscheidende Wettbewerbsvorteile geschaffen werden. Doch das Projekt smaRTI ist keine Einzellösung für die Lebensmittelbranche. Auch in anderen Branchen können mit smaRTI Prozesse innerhalb der Lieferkette optimiert, Umsätze gesteigert und Verwaltungsaufwände verringert werden. Das zeigt der Einsatz der im Fraunhofer IML speziell für smaRTI entwickelten RFID-Transponder beim Landtechnik-Hersteller CLAAS. Die Transponder wurden hier in Ladungsträgern der Schneidwerke von Mähdreschern implementiert.
Mit der Integration der smaRTI-Informationsplattform in die virtuelle Einkaufsplattform für Logistik-Software Logistics Mall (assoziiertes Projekt im EffizienzCluster) konnte ein weiterer Meilenstein beim Cloud Computing gesetzt werden.
Das aus dem Projekt smaRTI entstandene Anschlussprojekt SmARPro befasst sich nunmehr mit der Schnittstelle zwischen Mensch und den intelligenten Ladungsträgern, indem die Informationen durch Augmented Reality, also einer erweiterten Realität, visualisiert werden.

  • Intelligente Luftfrachtpalette

In der Luftfracht wird die intelligente Palette stetig weiterentwickelt. Einen ersten Prototypen der intelligenten Luftfrachtpalette präsentierten die Projektpartner 2012. Dieser konnte jedoch noch nicht alle im Projekt smaRTI an die intelligente Luftfrachtpalette gestellten Ansprüche erfüllen. Der Grund dafür: Die Hürden in der Luftfracht sind aufgrund von Platz- und Sicherheitsanforderungen deutlich höher als in der Handelslogistik. Der Projektpartner Lufthansa Cargo suchte daher parallel zum Projekt, auf Basis der Forschungsergebnisse, nach einer sofort einsetzbaren Trackinglösung und präsentierte diese Ende 2013 als marktreife Lösung. Sie reicht damit technologisch nicht so weit wie das Ziel, das man sich im smaRTI-Projekt gesteckt hat. Doch sie ist funktional und pragmatisch.

  • Intelligente Briefbox und Brief-Trolleys

Durch eine neuartige Leseinfrastruktur auf Basis getaggter Trolleys und Behälter wird die gesamte Prozesssteuerung in den Briefzentren optimiert. Die in den Anwendertests bisher gewonnenen Erkenntnisse dienen vor allem der Festlegung der optimalen Reader- und Tag-Positionen sowie der Entwicklung der Bedienoberfläche.

Nachrichten & Berichte

11. September 2013

smaRTI gewinnt Branchen-Oskar der Konsumgüterindustrie

smaRTI gewinnt Branchen-Oskar der Konsumgüterindustrie

Lücken im Regal gelten als Umsatzkiller im deutschen Einzelhandel. Ein Drittel der Out-of-Shelf-Situationen sind dabei auf Fehler im Bestellprozess zurückzuführen und bescheren dem Einzelhandel allein ... mehr

smaRTI gewinnt Branchen-Oskar der Konsumgüterindustrie

Lücken im Regal gelten als Umsatzkiller im deutschen Einzelhandel. Ein Drittel der Out-of-Shelf-Situationen sind dabei auf Fehler im Bestellprozess zurückzuführen und bescheren dem Einzelhandel allein Umsatzverluste zwischen zwei und drei Prozent. Soweit die Ausgangslage für die Forscher des Projekts smaRTI, kurz für smart Resuable Transports Items. Sie traten 2010 an, um den Material- und Datenfluss entlang der Lieferkette zu revolutionieren. Ihre wegweisende Arbeit im Konsumgüterbereich wurde jetzt mit dem ECR-Award 2013 in der Kategorie Unternehmenskooperation ausgezeichnet. Den Preis für Efficient Consumer Response (ECR) vergeben die Experten für Identifikations-, Kommunikations- und Prozessstandards von GS1 Germany jährlich für herausragende Management-Leistungen und Kooperationen, die Kundenorientierung beispielhaft in den Fokus rücken. Der Award gilt als Branchen-Oscar der Konsumgüterindustrie und wurde gestern, Dienstag, 10. September, in Stuttgart feierlich verliehen. Das Forschungsprojekt smaRTI ist Teil des zurzeit größten europäischen Forschungsprojektes "EffizienzCluster LogistikRuhr" und steht unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML. „Im smaRTI-Projekt haben wir uns vorgenommen, das Internet der Dinge zum Leben zu erwecken und es ist uns ein Meilenstein in der Konsumgüterlogistik gelungen. Die Auszeichnung mit dem renommierten ECR Award ist für uns die beste Bestätigung dieser Arbeit", freut sich Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML, über den Preis. Für die Konsumgüterindustrie, so ten Hompel weiter, lasse sich der Nutzen des Internet der Dinge nun erstmals in barer Münze beziffern. Durch eine smaRTI-basierente unternehmens- und branchenübergreifende Optimierung von Distributionsprozessen könne der deutsche Einzelhandel insgesamt ein Umsatzplus von zwei Prozent einstreichen, was etwa acht Milliarden Euro entspricht.

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14. Januar 2013

AutoID-Theater auf der LogiMAT

Auf der LogiMAT wird es Theater geben – das „Tracking & Tracing Theater“. In Live-Szenarien zeigen Unternehmen, wie AutoID-Technologien in der Praxis eingesetzt werden – von der Verladerampe eines Lieferanten über dem Verteilerzentrum bis hin zum Backroom eines Supermarktes beziehungsweise Teilelagers in der Fertigung.

Auch das Verbundprojekt smaRTI des EffizienzCluster LogistikRuhr wird Teil der Aufführung sein. Mit den Forschungspartnern REWE, Mars und CHEP wird der aktuelle Forschungsstand für die Logistikkette im „Internet der Dinge“ präsentiert – beispielhaft an einer Konsumgüter-Supply-Chain. Passend zum Thema: Direkt am Stand gegenüber präsentiert der Industrieverband AIM deren internationales Netzwerk der Lieferanten von AutoID-Technologien.

Sie finden das „Tracking & Tracing Theater“ auf der LogiMAT (19. Februar – 21. Februar 2013) in Stuttgart in der Halle 4/503.
 

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Dokumente & Downloads
Partner im Projekt

Deutsche Post AG

 

REWE-Informations-Systeme GmbH

 

Mars Services GmbH

 

Chep Deutschland GmbH

 

Lufthansa Cargo AG

 

Infineon Technologies AG

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Mithilfe intelligenter Ladungsträger sollen selbststeuernde logistische Prozesse die Logistik effizienter gestalten.

 

Ansprechpartner

Martin Fiedler

 

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Tel.: +49 (0) 231 97 43 231

E-Mail:
martin.fiedler
@iml.fraunhofer.de

Daten & Fakten

Projektstart

01.06.2010

Projektlaufzeit
43 Monate

Projektvolumen
8,3 Mio Euro

Weitere Informationen

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