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Städte im Wandel: Wie sichern wir die urbane Versorgung?

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Editorial

 

Im Fokus: Bündelung lohnt sich

 

3 Fragen an: Die Stadt als Katalysator für Elektromobilität

 

Trend: Pop-up Stores - Handelsformat oder Marketingpool?

Standpunkt: Urbane Versorgung als "Produzent gebauter Umwelt"

Stichwort: Leben und Arbeiten in der Morgenstadt

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Im Fokus: Bündelung lohnt sich

••• Das Konzept der gebündelten Warenanlieferung in die Stadt reicht bis in die 1990er Jahre zurück. Doch die Projekte zur Citylogistik scheiterten seinerzeit an mangelnder Kooperationsbereitschaft und vor allem an der notwendigen Wirtschaftlichkeit der Vorhaben. Heute sind die Vorzeichen andere: Erste Forschungsergebnisse aus dem Verbundprojekt Urban Retail Logistics (URL) des EffizienzClusters kommen zu dem Ergebnis: Bündelung lohnt sich!

Wissenschaft und Wirtschaft erforschen im Projekt URL gemeinsam, wie sich die Handelslogistik auf die veränderten Rahmenbedingungen vorbereiten kann. Dabei hat das Projektteam 16 für die Handelslogistik relevante Trends identifiziert. „Online, smart und serviceorientiert – so sehen die Handelswelten der Zukunft aus“, bringt Gerd-Wilhelm Brüning, Director Logistics West der Lekkerland Deutschland GmbH & Co. KG, die Trends auf den Punkt. Lekkerland ist mit DOEGO Fruchthandel, Landgard, Metro Group und REWE Projektpartner von URL. So werde der Handel für den schnellen, mobilen und gesundheitsbewussten Verbraucher unter anderem mehr regionale Frischeprodukte anbieten, verstärkt in Zusammenarbeit mit der Gastronomie, und den Online-Handel weiter ausbauen, auch und gerade im Hinblick auf mobile Bestellsysteme und bewegliche Anlieferpunkte.
Ob mobile Wareneingangszelle, geräuscharme Nachtanlieferung, Low Emission, Regional Fresh Food oder Milkrun: Die Logistiker im Projekt URL haben eine Vielzahl innovativer Konzepte diskutiert, analysiert, bewertet und zusammengefasst in ihrem aktuellen Zwischenbericht „Ansätze für die urbane Handelslogistik von morgen“. Das Fundament für die Entwicklung und Auswahl viel versprechender Ansätze bildete eine im Projekt aufgesetzte Potenzialanalyse, die exemplarisch für die Stadt Dortmund erstellt wurde. Mit diesem Tool war es erstmals möglich, eine realitätsnahe Abbildung der Warenströme aller Handelspartner einer Stadt durchzuführen. Die Analyse ist im Übrigen auch für jede andere Stadt adaptierbar.

Aussichtsreiche Ansätze für die urbane Handelslogistik

Die folgenden Ansätze sollen nun vervollständigt, Voruntersuchungen für eine marktfähige Verbreitung nach Projektablauf abgeschlossen werden:

Ansatz 1: Urban Hub. Herz- und Kernstück der urbanen Handelslogistik von morgen ist und bleibt der Urban Hub, der zentrale Anlieferpunkt für Waren vor der Stadt. „Die Einführung und Umsetzung solcher Urban Hubs wird heute – anders als noch vor rund 20 Jahren – von ökologischen und daraus resultierenden politischen Rahmenbedingungen begünstigt“, so Christiane Auffermann, Leitthemenentwicklerin Urbane Versorgung und URL-Projektleiterin. „So kann in den nächsten Jahren mit der Einführung von Maut-Systemen für die City gerechnet werden. Dies wiederum wird dafür sorgen, dass der Urban Hub ein wirtschaftlich vorteilhaftes Geschäftsmodell für Betreiber und Nutzer wird.“ Eine Kosten- und Nutzenanalyse für den Urban Hub wurde im Projekt bereits vorgenommen, die Zielarchitektur eines Urban Informations Systems (UIS) und seiner Komponenten beschrieben. Das UIS bündelt den notwendigen Informationsfluss und stellt die Vernetzung der Dienstleistungs- und Warenströme sicher. Die dazu erforderliche Intelligenz gewährleistet die moderne AutoID- und smarte IT-Technologie.
Ziel ist es nun, einen allgemeinen Vertragsrahmen für den Betrieb und die Nutzung eines Urban Hubs sowie einen Business Case zu erstellen und mit einem Partner zur Anwendung zu bringen. „Mit Urban Hubs wird die Handelslogistik auch weiter ihrer Rolle als Enabler zur Aufrechterhaltung einer effizienten, integrierten und hierdurch ressourcenschonenden Nahversorgungsfunktion in urbanen Räumen gerecht werden können“, blickt Christiane Auffermann in die Zukunft.

Ansatz 2: Geräuscharme Nachtanlieferung. Noch führen die Lieferverkehre der Handelsunternehmen ihre Fahrten meist während des morgendlichen Berufsverkehrs durch. Eine Nachtanlieferung allerdings würde große Vorteile zur Entzerrung der Verkehrssituation in Innenstädten und urbanen Räumen bieten, so der Zwischenbericht. Der Handel selbst profitiert von der Nachtlieferung durch einen optimalen Ressourceneinsatz von Personal, Betriebsmittel und Treibstoffen.
Da es in Deutschland derzeit keinen gesetzlichen Rahmen gibt, der ein solches Konzept in der Fläche realisierbar macht, strebt das Projekt URL zunächst die Realisierung eines unternehmensübergreifenden Piloten an. „Das Ziel der Auslieferung von Waren in den Nachtstunden wird sicherlich auch nur durch ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Handelsunternehmen in Verbindung mit den Fahrzeug- und Komponentenherstellern und unter Einbeziehung von Städten und Kommunen erreicht“, sagt Colin Hillig, Projektleiter Logistik bei der DOEGO Fruchthandel und Import eG in Dortmund. „Eine solche Kooperation kann zu einem Umdenken führen.“

Ansatz 3: Mobile Wareneingangszelle. Für die Nachtanlieferung ist die Zusammenarbeit mit Fahrzeug- und Komponentenstellern von großer Bedeutung. So hat das URL-Projektteam im Rahmen der Technikauswahl für die Nachtanlieferung bereits die Anforderungen für eine so genannte Mobile Wareneingangszelle entwickelt – ein kleinvolumiges Wechselbehältersystem, das an einer Filiale als Einheit im 1:1-Tausch bereitgestellt wird. Durch ein solches System können Restriktionen der Innenstadtbelieferung umgangen, Markt- und Anlieferprozesse entkoppelt und geräuscharme nächtliche Anlieferungen ermöglicht werden.

 

Weitere Informationen

••• Die Zusammenfassung der Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt Urban Retail Logistics "Ansätze für die urbane Handelslogistik von morgen" (48 Seiten, 2013) leiten wir auf Anfrage gerne weiter. Bitte schicken Sie uns eine Mail an newsletter@effizienzcluster.de.

••• Eine Präsentation zum "Leitthema Urbane Versorgung im EffizienzCluster LogistikRuhr. Vorstellung bestehender Projekte und erster strategischer Ansätze" finden Sie hier.

••• Die zukünftige Entwicklung der städtischen Logistik war eines der Hauptthemen im Rahmen der Veranstaltung "Urban Mobility 3.0: New Urban Mobility Business Models" des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan, die am 19. und 20. Juni 2013 in London statgefunden hat.

Informationen

Zwischenergebnisse des Projekts Urban Retail Logistics

 

Präsentation bestehender Projekte und erster strategischer Ansätze 

 

Veranstaltung "Urban Mobility 3.0: New Urban Mobility Business Models" 

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