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CSR in der Logistik

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Editorial

 

Interview: Auf dem Weg in die Nachhaltigkeit 3.0

 

Thema: Nachhaltigkeit als Bedingung für den Unternehmenserfolg

 

Studie: Visionen für die Lebensstile von morgen

Standpunkt: Vom Saulus zum Paulus - die Logistik als Kern des Problems und der Lösung

Stichwort: Good Governance

Gefördert von

Interview: Auf dem Weg in die Nachhaltigkeit 3.0

••• Logistik produziert ihrem Wesen nach Effizienz. Effizienz wiederum ist der Beginn jeder Nachhaltigkeit. An einer Neuausrichtung der Logistik in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung führt kein Weg vorbei, sagt Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Direktor des Center for Responsibility Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) im Gespräch mit EFFIZIENT. Treiber dafür sind die Forderungen zur Reduzierung der Treibhausgase wie auch die verstärkte Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.

? Allein der Frachttransport in der EU wird bis 2050 wohl um bis zu 80 Prozent steigen, der verkehrsbedingte CO2-Ausstoß jedoch soll bis dahin europaweit um rund 70 Prozent gegenüber 2008 sinken. Kann die Logistik diesen Spagat bewältigen?
! Sie kann nicht nur, sie muss. Voraussetzung dafür ist jedoch das Prinzip einer nachhaltigen Nachhaltigkeit. Denn erst ein grundlegender Mentalitäts- und Strukturwandel kann den notwendigen gesellschaftlichen Transformationsprozess in Gang setzen und wird im Ergebnis für die Minimierung der Treibhausgase sorgen. Darüber hinaus müssen wir uns der Frage stellen, ob es – über die Effizienz der Logistik hinaus – in Zukunft nicht vielmehr darum gehen muss, Kreislaufprozesse und Suffizienzwirtschaft im Sinne von Slow Logistics zu implementieren. Die Entschleunigung komplexer Logistikprozesse ermöglicht eine höhere Robustheit und geringere Fehleranfälligkeit und generiert gleichzeitig neue Marktpotenziale.

? Wie viel Verantwortung kommt den Unternehmen in diesem Prozess zu?
! Die Politik nimmt die Unternehmen immer stärker in die Pflicht – und das ist für eine nachhaltige Entwicklung auch unverzichtbar. Die Europäische Union beispielsweise hat CSR im Oktober letzten Jahres in ihrer neuen EU-Strategie als „Verantwortung der Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ definiert. Vorerst besteht das Ziel zwar weiterhin darin, die Flexibilität der Unternehmen zu erhalten und ihnen Orientierungshilfe durch Grundsätze und Leitlinien zu geben. Aber es ist zu erwarten, dass es in einigen Bereichen Regulierungen geben wird. Ich halte es für richtig, dass Aussagen von Unternehmen zur Nachhaltigkeit im Sinne unlauterer Wettbewerbsbedingungen stärker überprüfbar gemacht werden sollen. Dabei ist mit einer Rechtsvorschrift über die Transparenz der sozialen und ökologischen Informationen zu rechnen, etwa durch eine verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung.

? Welchen Beitrag kann die Logistik generell zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten?
! Noch folgt die Logistik dem Leitbild einer „Nachhaltigkeit 2.0“. Sie strebt nach einer technologischen Transformation der Wirtschaft: Die Treibhausgase sollen durch Technologie- und Effizienzinvestitionen reduziert werden. Das wird in Zukunft jedoch nicht mehr ausreichen: Nach meiner Überzeugung brauchen wir eine „Nachhaltigkeit 3.0“, die auf einem grundlegenden Verhaltens- und Strukturwandel beruht. In Zukunft wird es immer mehr Kunden geben, die ihre Waren nicht um jeden Preis schnell, sondern vielmehr sicher und ressourcenschonend erhalten wollen. Indem sie wirtschaftliche mit sozial-ökologischer Wertschöpfung verbindet, kann die Logistik die nötigen Transformationsprozesse im Sinne einer nachhaltigen Nachhaltigkeit als Leitbranche aktiv mitgestalten.

 

Weitere Informationen

••• Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist Partner im Verbundprojekt CoReLo – kurz für Integriertes Corporate Social Responsibility-Management in Logistiknetzwerken. Im Projekt werden innovative Strategien der Unternehmensverantwortung entwickelt, die über die bekannten Ansätze des nachhaltigen Supply Chain Managements hinausgehen. Ein wesentlicher Bestandteil des Verbundprojekts ist die Wirkungsanalyse bestehender Ethik- und Nachhaltigkeitsprogramme, die Aufschluss über die Effizienz von CSR-Managementkonzepten liefert. Weitere Partner im Projekt sind die Universitäten Witten/ Herdecke und Duisburg-Essen sowie die Duisburger Hafen AG, die Große-Vehne Speditions GmbH, die Horst Weyer und Partner GmbH, die relamedia GmbH und der Verband Spedition und Logistik NRW e.V.

••• Mehr zum Thema Verantwortung finden Sie unter www.responsibility-research.de, der Homepage des Center for Responsibility Research, einem Forschungszentrum im KWI. Es befasst sich aus interdisziplinärer Perspektive mit Fragen der Verantwortung in der gegenwärtigen Gesellschaft. Unter Working Papers stehen verschiedene Studien zum Download bereit. Hier können Sie direkt das Working Paper „Marktwirtschaft und Moral“ (2007, 15 Seiten) von Prof. Dr. Ludger Heidbrink herunterladen.

••• Im Oktober 2011 hat die Europäische Kommission eine neue Strategie zur sozialen Verantwortung von Unternehmen veröffentlicht. Eine Übersicht über die acht Bereiche des Aktionsplans (2011, 19 Seiten) finden Sie hier. Den Aktionsplan „Eine neue EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)“ können Sie hier direkt herunterladen.

 

Informationen

Thema Verantwortung auf der Homepage des Center for Responsibility

 

Working Paper "Marktwirtschaft und Moral" von Prof. Dr. Ludger Heidbrink.

 

Übersicht der neuen Strategie zur sozialen Verantwortung von Unternehmen 

 

Aktionsplan "Eine neue EU-Strategie für die soziale Verantwortung der Unternehmens (CSR)"

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